Kungsleden 2016: Die Route

Von Abisko nach Kvikkjokk – auf dem nicht so direkten Weg

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Der Kungsleden (Königspfad) wurde von der Svenska Turistföreningen (STF) zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Ziel der Erschließung der Naturlandschaft Lapplands angelegt (gemeint ist hier die historische Provinz Lappland, die heute den West der Provinzen Norrbottens län und Västerbottens län bildet). Der Kungsleden besteht aus zwei Streckenabschnitten, die nicht miteinander verbunden sind. Der nördliche Kungsleden führt über 440km in fünf Etappen von Abisko bis Hemavan, der südliche Kungsleden über 350 Kilometer von Sälen nach Storlien.
Diese Erschließung durch den STF ermöglicht erst die Begehung im Sommer. Bohlenwege führen über größere Sumpfgebiete, es gibt Hängebrücken an gefährlichen Flüssen und der STF stellt an den Seen Ruderboote zur Verfügung. Aber alles mit dem nötigen Augenmaß und unter maximaler Schonung der Natur. Durch kleine sumpfige Stellen darf man sich selbst durchkämpfen, kleine bis mittlere Flüsse muss man furten. Entlang des Kungsleden gibt es einzelne Hütten (mit Notruftelefonen) und Stugvärd (Hüttenwirt). Die Hütten verfügen weder über Strom noch Warmwasser und man kann keine warmen Mahlzeiten kaufen. Gegen Bezahlung der Hüttengebühr kann man in der warmen Stube Platz nehmen (das Holz dafür darf man selber hacken), die Küche benutzen und natürlich in Mehrbettzimmern übernachten. Wir sind mit Zelt unterwegs und werden die Hütten hauptsächlich zum Aufstocken unserer Nahrungsvorräte nutzen. Die Hütten sind auf der Hauptroute im Norden zwischen Abisko und Kebnekaise recht nah beinander und auch größer/besser ausgestattet, weiter in Richtung Süden nimmt die Dichte dann ab, südlich von Kvikkjokk sind die Hütten so weit auseinander, dass man auf jeden Fall ein Zelt benötigt. An ungefähr jeder zweiten Hütte besteht die Möglichkeit, einfache Nahrungsmittel nachzukaufen.
Unsere geplante Tour umfasst die ersten beiden Etappen des nördlichen Kungsleden. Die Tour startet bei der Fjällstation in Abisko und führt dann über Abiskojaure, Alesjaure, Tjätkja, Sälka, Singi, Kaitumjaure, Teusejaure nach Vakkotavare. Diese 1. Etappe des nördlichen Kungsleden ist rund 110km lang mit ungefähr 1400 HM, für uns kommen allerdings rund 25km und 1400HM für die Besteigung des Kebnekaise (dem höchsten Berg Schwedens) hinzu. Bei Vakkotavare ist der Kungsleden unterbrochen, bis Saltoluokta sind es 30km auf der Straße (Bus). Der Kungsleden verläuft fernab jeglicher Straßen, man kann also nicht jederzeit aussteigen. Im wesentlichen hat man die Wahl zwischen vor und zurück, auf dieser 1. Etappe gäbe es noch einen Ausstieg von Singi über die Kebnekaise Fjällstation nach Nikkaluokta, aber auch dafür braucht man 2 Tage. In Saltoluokta gibt es eine Fjällstation, die für ihre Sauna und das 3-gängige Abendmenü weithin bekannt ist – wir planen daher dort einen Ruhe- und Regenerationstag ein.
Die zweite Etappe des nördlichen Kungsleden führt dann von Saltoluokta über Sitojaure, Aktse, Pårte nach Kvikkjokk. Die Länge der Strecke beträgt rund 75km mit ungefähr 1100 HM. Wir werden aber nicht den direkten Weg wählen, sondern zweimal kurz in den Sarek abbiegen – einmal vor Aktse beim Skierffe (der Pforte des Sarek) und ein weiteres Mal vor Pårte, wo wir eine 3-Tages-Schleife über die Boarek-Hochebene (Pårek) ziehen und den Boarektjåhkkå besteigen wollen. Die Besteigung entfällt aufgrund heftiger Gewitter, in Summe sind unsere Extratouren rund 40km mit ungefähr 500 HM.

Gesamtlänge der Tour: 250km und 4400 HM

Unsere geplante Tour wird von drei Fjällkarten abgedeckt: BD6 Abisko-Kebnekaise-Narvik, BD8 Kebnekaise-Saltoluokta, BD10 Sareks nationalpark.
Schweden hat die Daten, die den Fjällkarten zugrunde liegen, öffentlich zugänglich gemacht (Lantmäteriet: http://www.lantmateriet.se/en/Maps-and-geographic-information/Maps/oppna-data/). Online kann man sie auf https://kso.etjanster.lantmateriet.se/?lang=en# ansehen (Umschalten von Topo auf Fjällkartan). Aufbauend auf diesen Daten findet man bei http://bengt.nolang.se/kartor/fjallkartan/ hervorragende Aufbereitungen in Form hochauflösender JPGs und Dateiformate für GPS Geräte.
kungsledensarek2016_karte_schweden, ©  — mm,
kungsledensarek2016_karte_tour_gesamt, ©  — mm,
Quelle: Lantmäteriet, Schweden
Wir haben für die einzelnen Tage A4-Blätter mit Screenshots aus den Fjällkarten mitgenommen, das ist einfach praktisch. Das jeweilige Blatt des Tages (in einer Klarsichthülle) ist schnell zur Hand und man muss es nicht so pfleglich behandeln wie die Karte. Die Originalkarten hatten wir dennoch mit – wobei man sich das für den Kungsleden allein auch sparen kann. Der Weg ist ausreichend gut markiert und folgt im wesentlichen Flüssen und Tälern, wo man kaum die Orientierung verlieren kann. Das gilt allerdings nicht für den Sarek, dieser ist zur Gänze unmarkiert und unerschlossen.
Zum Abschluss noch drei Lustwandler-Empfehlungen:
Zum einen zwei Tourenbücher von Claes Grundsten. Claes Grundsten ist Autor und Naturfotograf (siehe http://claesgrundsten.se/) und ein Experte für Touren im schwedischen Fjäll. Leider sind bisher nur zwei seiner Bücher auf Deutsch erschienen: zum einen “Kungsleden – In 28 Tagestouren von Abisko nach Hemavan” (also der gesamte nördliche Kungsleden) und “Sarek”, beide im Verlag Reise Know-How.
Zum anderen die Webseite “Wunderbares Lappland” mit einer tollen Aufstellung der Vegetation in Lappland, eine echte Hilfe beim Beschriften der Fotos.

Lustwandler Karte: Abisko – Kebnekaise – Kaitumjaure (Quelle: Lantmäteriet, Schweden)

Abisko – Kebnekaise – Kaitumjaure (Quelle: Lantmäteriet, Schweden)
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Lustwandler Karte: Kaitumjaure – Vakkotavare (Quelle: Lantmäteriet, Schweden)

Kaitumjaure – Vakkotavare (Quelle: Lantmäteriet, Schweden)
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Lustwandler Karte: Sitojaure – Skierffe – Boarek – Kvikkjokk (Quelle: Lantmäteriet, Schweden)

Sitojaure – Skierffe – Boarek – Kvikkjokk (Quelle: Lantmäteriet, Schweden)
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