Solfatare, im Hintergrund Rhyolithberge westlich von Landmannalaugar

Tag 7: Hrafntinnusker – Landmannalaugar [11 km, 500 HM Abstieg]

Hinunter zu den bunten Bergen bei Landmannalaugar

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Laut Prognose sollte das Wetter heute wieder schöner sein, aber um 7:30 Uhr merken wir davon noch nichts. Zwar ist es im Vergleich zu gestern nicht mehr so windig, aber neblig und sehr feucht.
Wir gehen für die Morgentoilette durch die Schneefelder zur Hütte und denken daran, wie gut wir es daheim haben, wenn wir für solche Tätigkeiten unser Haus nicht verlassen müssen. Wir frühstücken, packen alles zusammen und starten um 9:50, als das Wetter schon etwas besser ist.
Von unserer Hütte Höskuldsskáli geht es weiter zwischen den Bergen Söðull und Hrafntinnusker. Der Weg “erfreut” uns mit einer durchgängigen Schneedecke, in die wir tief einsinken und später mit Schneefeldern, die – steil bergab – sehr rutschig sind. Die Sonne wird vom Schnee reflektiert und so wird es bald richtig warm. ☀️
Anfangs haben wir ein paar kleine Aufstiege zu bewältigen, später gehts dann mehr oder weniger nur noch bergab. In Summe sind es rund 60-80 HM Anstieg am heutigen Tag.

Blick zurück zur Höskuldsskáli, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 20mm, 1/400s, Blende 11, ISO 200
Blick zurück auf den Pass zwischen Söðull und Hrafntinnusker, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/800s, Blende 11, ISO 200
Weg über den Pass zwischen Söðull und Hrafntinnusker, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/160s, Blende 11, ISO 200
In der Ferne das Geothermalgebiet Stórihver, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/320s, Blende 14, ISO 200

Wir erreichen nun Stórihver (auf deutsch “große heiße Quelle”), ein geothermal aktives Gebiet, wo es wieder dampft und brodelt. Wir sehen hier abermals Solfatare sowie einen Schwefelpool. Hier machen wir Halt und bestaunen das Naturschauspiel.

StórihverStórihver, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 188mm, 1/800s, Blende 8, ISO 200
Stórihver, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 200mm, 1/640s, Blende 8, ISO 200
Stórihver, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 120mm, 1/125s, Blende 11, ISO 100

Markus geht ohne schwerem Rucksack nach hinten ins Tal, um dieses genauer unter die Lupe bzw. vor die Linse zu nehmen. Auch hier gibt es viele kleine heißen Quellen und es ist unglaublich grün. Ein Goldregenpfeifer hat es ihm hier besonders angetan 😉

Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria), © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/640s, Blende 5.6, ISO 400
Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria), © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/640s, Blende 5.6, ISO 400
Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria), © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/640s, Blende 5.6, ISO 400
Stórihver, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 120mm, 1/200s, Blende 8, ISO 100
Stórihver, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/160s, Blende 11, ISO 100
Stórihver, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/250s, Blende 11, ISO 200
Stórihver, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 83mm, 1/400s, Blende 11, ISO 200
Stórihver, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 108mm, 1/200s, Blende 11, ISO 100
Stórihver, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 100mm, 1/160s, Blende 11, ISO 100

Ich warte inzwischen mit den Rucksäcken auf einem Plateu und mache Rast. Ist ja nicht so, dass man von hier keinen guten Ausblick hätte 😉.
Der Himmel verdunkelt sich nun und es wird zunehmend kälter, auch der Wind nimmt wieder zu. Nieselregen setzt ein und die Fernsicht wird immer schlechter. Einerseits also ein Glück, da Markus eben noch im Sonnenschein fotografieren konnte, andererseits schlecht, da nun bald die Wahnsinnsblicke auf die bunten Berge kommen. Wir kennen unzählige Fotos dieser Gegend und es wäre wirklich schade, wenn diese nun in den Wolken oder im Nebel verschwinden.
Von Stórihver weiter nach Landmannalaugar – es geht wieder hinaufVon Stórihver weiter nach Landmannalaugar – es geht wieder hinauf, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/640s, Blende 8, ISO 200
Von Stórihver folgt nun der letzte Anstieg bevor der lange Abstieg nach Landmannalaugar beginnt. Wir gehen abwechselnd auf Lavaboden und Schnee. Der Regen hat mittlerweile wieder aufgehört, die Wolken hängen aber nach wie vor sehr tief. Im nächsten Bild seht ihr einen der ersten Ausblicke auf Landmannalaugar.
Unser erster Ausblick auf LandmannalaugarUnser erster Ausblick auf Landmannalaugar, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/250s, Blende 11, ISO 200
Bald kommen Brennensteinsalda und Bláhnúkur in unser Blickfeld und – jippie, wir haben Glück – das Wetter wird wieder freundlicher. Wir haben eine immer bessere Sicht auf die Berge! Wir machen viele Pausen zum Schauen, Staunen und Fotografieren, es ist einfach wunderschön.
Brennisteinsalda (links) und Bláhnúkur (rechts)Brennisteinsalda (links) und Bláhnúkur (rechts), © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/200s, Blende 11, ISO 200
Auf einer Anhöhe setzen wir uns mit Regenjacken auf die Isomatten und genießen einfach den traumhaften Ausblick bis uns zu kalt wird und wir deshalb weiter müssen. Bei warmem Wetter wären wir hier gerne viel länger gesessen!
Weg in Richtung Brennisteinsalda, im Hintergrund Suðurnámur, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/160s, Blende 11, ISO 200
Weg in Richtung Brennisteinsalda, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/100s, Blende 11, ISO 200
Bláhnúkur, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/200s, Blende 11, ISO 200
Die nächsten drei Bilder zeigen, wie vielfältig und farbenprächtig die erstarrten Lavaformationen im Detail sind.
Details der Rhyolithberge rund um die Brennisteinsalda, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/320s, Blende 8, ISO 200
Details der Rhyolithberge rund um die Brennisteinsalda, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/250s, Blende 8, ISO 200
Details der Rhyolithberge rund um die Brennisteinsalda, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/250s, Blende 8, ISO 200
Unser Weg führt weiter auf die Brennensteinsalda zu und dann nur wenige Höhenmeter unter dem Gipfel südlich vorbei. Da der Gipfel damit quasi auf dem Weg liegt, nehmen wir ihn direkt mit.
BrennisteinsaldaBrennisteinsalda, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/250s, Blende 11, ISO 200
Mein Rucksack bleibt am Weg zurück, Markus schleppt seinen samt Fotozeug auf den Gipfel. Der Weg ist steil, aber einfach einfach und verläuft auf festem Rhyolithschotter. Von oben haben wir eine super Fernsicht mit Blick in die Schlucht Vondugil, auf den Bláhnúkur und die darunter liegende Schlucht Grænagil. Es ist unglaublich, wie schnell sich das Wetter hier ändert – vor kurzen haben wir keine 500 m weit gesehen. Perfekt für zwei extrabreite Panoramen – nicht vergessen, ihr könnt die Panoramen mit einem Klick öffnen und sie damit wirklich groß ansehen!

Blick von der Brennisteinsalda auf das Lavafeld Laugahraun und das Camp LandmannalaugarBlick von der Brennisteinsalda auf das Lavafeld Laugahraun und das Camp Landmannalaugar, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 70mm, 1/200s, Blende 11, ISO 200
Die Schlucht der Brennisteinsöldukvísl (von der Brennisteinsalda fotografiert)Die Schlucht der Brennisteinsöldukvísl (von der Brennisteinsalda fotografiert), © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 116mm, 1/100s, Blende 11, ISO 200

Lustwandler Panorama: Ein Klick öffnet das Bild und man kann sich umsehen!

Bláhnúkur und Grænagil
Bláhnúkur und Grænagil, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/125s, Blende 11, ISO 200

Lustwandler Panorama: Ein Klick öffnet das Bild und man kann sich umsehen!

Panorama mit Suðurnámur, Laugahraun und Bláhnúkur
Panorama mit Suðurnámur, Laugahraun und Bláhnúkur, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/160s, Blende 11, ISO 200

Der Bláhnúkur besteht zum größten Teil aus Pechstein, durch die der Berg seine blaugraue Farbe erhält. Nördlich davon liegt die Schlucht Grænagil – hier findet man auch beiges und rötliches Rhyolithgestein und grünliche Kupferausfällungen.

BláhnúkurBláhnúkur, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/800s, Blende 8, ISO 400
Grænagil und BláhnúkurGrænagil und Bláhnúkur, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/800s, Blende 8, ISO 400

Wieder herunten hole ich meinen gut ausgeruhten Rucksack ab und wir setzen unseren Weg nach Landmannalaugar fort. Die letzten Kilometer zum Camp sind ein einziges großes schwarzes Lavafeld namens Laugahraun, dessen Lavablöcke teilweise mehrere Meter hoch sind. Wir wählen den südlichen Weg durch/um das Lavafeld (den mittleren gehen wir dann auf dem Weg nach Landmannahellir).
Die Farben der Berge sind auch aus der Nähe unglaublich – richtig gestreift sind die Berge hier. Auch der Blick zurück auf die Brennensteinsalda ist beeindruckend.

BrennisteinsaldaBrennisteinsalda, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 70mm, 1/200s, Blende 8, ISO 200
Weg durch das Lavafeld LaugahraunWeg durch das Lavafeld Laugahraun, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 23mm, 1/125s, Blende 8, ISO 200
ElisabethElisabeth, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/400s, Blende 5.6, ISO 200
MarkusMarkus, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/400s, Blende 8, ISO 200

Das Camp in Landmannalaugar ist riesig. Es besteht aus einem großen steinigen Zeltplatz, auf dem schon viele Zelte stehen. Wir suchen einen bisschen abgelegeneren oder grüneren Platz für unser Zelt, aber diese sind nahe an einen Bach und schon jetzt relativ feucht. Da für die nächsten Tage viel Regen angesagt ist, wählen wir dann doch einen Platz auf dem “Steinfeld”. Der Platz ist unglaublich laut; wenn jemand beim Zelt vorbeigeht klingt es, als würde er direkt DURCH unser Zelt latschen. Markus ärgert sich zudem über die Trampeltiere, die über unsere Zeltleinen stolpern und die Heringe herausreissen – und natürlich weitergehen, ohne es wieder zu richten.
Kein schöner Zeltplatz in LandmannalaugarKein schöner Zeltplatz in Landmannalaugar, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/200s, Blende 11, ISO 200
Mit Ruhe und Einsamkeit ist es hier definitiv vorbei – Landmannalaugar ist touristisch erschlossen und mit Bussen und Allradfahrzeugen gut erreichbar. Tagsüber kommen ganze Busladungen aus Reykjavik an, die dann in der Gegend spazierengehen.
Wir essen im windgeschützten Bereich mit ein paar Mädels der Schülergruppe aus Deutschland, die nun ihr Ziel erreicht haben. Wir plaudern ein bisschen mit ihnen und essen Kebabstew. Markus checkt uns dazu eine Doese Bier, 0,5l um schlanke € 7,50 (1.000 ISK) von der Mountain Mall am Platz. Ein Schnäppchen! 😉
Wir drehen noch eine Runde um das Camp, dann besucht Markus noch den den berühmten HotPot, in dem sich viele Besucher um die beiden warmen Zuläufe drängen.
Bad in der heissen Quelle von LandmannalaugarBad in der heissen Quelle von Landmannalaugar, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/60s, Blende 5.6, ISO 200
Nach dem Duschen gibts noch einen kleinen Snack, danach wollen wir noch ein bisschen lesen – allerdings fallen uns bald die Augen zu.
Wir haben es geschafft! Skogar – Landmannalaugar, ca. 80 km und tausende [😉] Höhenmeter in 6 Tagen!
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