Norwegen 2018: Die Route

Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell

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Nach zwei fantastischen Touren im schwedischen Fjäll führt uns unsere heurige herbstliche Weitwanderung in das norwegisch-schwedische Grenzgebiet. Unsere Tour startet in Ritsem und führt auf dem Gränsleden nach Westen, bis wir auf den Nordkalottleden treffen und diesem nach Norden folgen. In diesem Streckenabschnitt verläuft unsere Route immer abwechselnd in Norwegen und Schweden. Beim Gautelisvatnet verlassen wir den Nordkalottleden und gehen durch das Caihnavagge und in Folge durch das Narvikfjell bis Riksgränsen. In Summe umfasst unsere Tour eine Strecke von rund 190 Kilometern und fand von 1. bis 18. September 2018 statt.
Die folgende Karte zeigt die Gesamtstrecke in “Basecamp”, man sieht auch gut, wie weit die Abdeckung der Fjällkartan geht, der Rest die OSM Summer II.
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Der Gränsleden (samisch Rádjebálges, norwegisch Grenseleden) ist ein Pfad aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts (1920/1930) und wurde von den ansässigen Samen benutzt, wenn sie ihre Sommerlager bezogen haben. Der Pfad verläuft über 62 Kilometer von Sørfjorden in Norwegen bis Ritsem in Schweden. Im zweiten Weltkrieg erlangte er als Flüchtlingsroute von Norwegen nach Schweden traurige Berühmtheit, danach wurde der Weg nur mehr wenig genutzt und geriet in Vergessenheit. Erst in den Jahren 2007-2010 wurde er im Rahmen eines Projekts des regionalen Entwicklungsfonds der EU gemeinsam mit der Samensiedlung Sörkaitum markiert und mit Brücken und Windschutzhütten ausgestattet (Quelle: Wikipedia). Auf norwegischer Seite gibt es Hütten in denen man auch übernachten kann, auf der schwedischen Seite nicht!
Wir gehen nur den schwedischen Teil des Gränsledens, das sind (allerdings bis zur DNT-Hütte in Norwegen) rund 42km, aus unserer Sicht von Ritsem aus gibt es folgende Rasthütten (Höhenmeter Anstieg/Abstieg; ungefähre Werte aus der BD7 bzw. Topo Summer II gemessen):
Ritsem – Røysvatnhytta

  • 10 km, 320/100 nach Sievgok
  • 12 km, 100/300 nach Akkajaure Västenden
  • 6 km, 300/100 nach Gálavárddo
  • 9 km, 120/180 nach Sårgå
  • 2,4 km bis Abzweigung, dann 3 km, 200/0 nach Røysvatnhytta
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Bei dieser Gelegenheit möchten wir euch auf eine kleine Falle aufmerksam machen: es gibt die Røysvatnhytta, eine große norwegische DNT-Hütte mit Sauna, diese liegt auf dem Nordkalottleden zwischen den beiden Seen. Und es gibt die Rasthütte Røysvatnet, das ist eine ganz einfache Hütte am südlichen Ufer des Sees (zwar rundum geschlossen und damit besser als die reinen Windschutzhütten auf dem schwedischen Gränsleden, aber klein und man schläft auf dem Boden) und diese liegt auf dem Gränsleden. Also wählt weise!
Der Nordkalottleden (norwegisch Nordkalottruta, finnisch Kalottireitti) ist ein Fernwanderweg, der durch Finland, Schweden und Norwegen führt. Seine Gesamtlänge beträgt 800 Kilometer, er beginnt in Kautokeino (Norwegen), führt über den Treriksröset (das Dreiländereck Finnland, Norwegen, Schweden) und endet im Süden in Sulitjelma (Norwegen) oder Kvikkjokk (Schweden). Der Weg führt teilweise über bekannte andere Fernwanderwege (z. B. Padjelantaleden, Kungsleden), durch Nationalparks (Øvre-Dividal, Reisa, Abisko, Padjelanta) und durch Regionen wie Sulitjelmafjell und Narvikfjell (Quelle: Wikipedia).
Wir gehen den Abschnitt von Røysvatn über Pauro, Sitas und Skoaddejávri bis zum Gautelisvatnet. Dort verlassen wir den Nordkalottleden, der über die Gautelishytta [Sauna!] dann über Hukejaure ins Tjäktjavagge zum Kungsleden zwischen Sälka und Singi führt. Wir behalten unseren Kurs nach Norden bei und gehen über den Pass zur Caihnavaggehytta.
Røysvatn – Caihnavaggehytta

  • Røysvatn – Pauro: 27 km, 340/440 HM
  • Pauro – Sitashyttene: 21 km, 460/560 HM
  • Sitashyttene – Skoaddejávrihytta: 20 km, 530/140 HM
  • Skoaddejávrihytta – Caihnavaggehytta: 21 km, 580/480 HM
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Der dritte Abschnitt unserer Route sollte durch das Storsteinsfjellet und das Narvikfjell führen. Wir hatten uns hier eine spektakuläre Route mit Blick auf die Gletscher ausgesucht.

  • Caihnavaggehytta – Lossistua via Smáilerienpas: 16 km, 250+150/700 HM
  • Lossistua – Hunddalshytta: 22 km, 400/425 HM
Das Wetter hat uns hier aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwar haben wir uns bei grenzwertigen Windgeschwindigkeiten durch das Blockfeld gekämpft und sind mit dem letzten Licht des Tages bei der Caihnavaggehytta angekommen, nachdem das Wetter am nächsten Morgen aber auch nicht einladend aussah, sind wir nach Cunojavrre abgestiegen, um nicht oben festzusitzen. Von dort sind wir dann nach Hunddalen gegangen und dann – wie auch ursprünglich geplant – nach Katterat (ein zweiter Versuch, von Hunddalen in Richtung Lossi zu gehen, ist auch am Wetter gescheitert):

Caihnavagge – Katterat

  • Caihnavaggehytta – Cunojavrrehytta: 12 km, 75/350 HM
  • Cunojavrrehytta – Hunddalshytta: 18 km, 180/200 HM
  • Hunddalshytta – Katterat: 11 km, 0/325 HM
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Nachdem wir nun noch ein wenig Zeit hatten, sind wir nicht in Katterat in den Zug eingestiegen, sondern als Abschluss noch ein Stück des Rallarvegen (Rallarveien, schwedisch Rallarleden) gegangen. Es handelt sich hier um einen Weg, der für den Bau der Ofotbanen in den Jahren 1890 bis 1903 angelegt wurde, danach verfiel und um 1990 restauriert und für Wanderer zugänglich gemacht wurde (Quelle: Wikipedia). Die Ofotbanen sind das norwegische Teilstück der Bahnstrecke Luleå nach Narvik, die für den Erzabbau (Gällivare und Kiruna) angelegt wurde. Wir sind dabei ungefähr 12 km von Katterat über Bjørnfjell nach Riksgränsen, dem schwedischen Grenzbahnhof, gegangen und von dort mit dem Zug nach Abisko gefahren.
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Unsere Tour hat somit in Schweden in Ritsem begonnen und dann auch wieder in Schweden in Riksgränsen geendet. In Abisko haben wir dann an einem Ruhetag noch Abisko östra, das Samicamp und den Njullá besucht, Touristenprogramm also, das wir bei den drei vorangegangenen Besuchen nie geschafft haben.
Im Unterschied zur letzten Herbsttour waren wir diesmal wieder mit Zelt unterwegs, mangels Hütten ist der schwedische Teil des Gränsledens nur mit einem Gewaltmarsch über mehr als 40 Kilometer ohne Zelt zu bewältigen und auch in Norwegen sind die Abstände manchmal recht groß. Auf unserer Route gibt es keine Möglichkeit, Lebensmittel nachzukaufen, wir haben also unser komplettes Essen von Anfang an mitgeschleppt. Die einzige Möglichkeit für einen Einkauf zwischendurch kommt recht spät mit einem “Ruhetag” in Cunojavvre und von dort ausgehend einem Tagesausflug zum Einkaufen ins schwedische Unna Allakas.
Die norwegischen DNT-Hütten auf unserer Route sind versperrt und man braucht einen DNT-Schlüssel. Diesen kann man sich als DNT-Mitglied ins Heimatland zuschicken lassen (und darf den Schlüssel dann behalten). Mir hat das Christkind bereits zu Weihnachten 2017 so einen tollen Schlüssel gebracht, ich bin eben ein Glückskind 🙂
Die norwegischen Hütten, die wir besucht haben, waren alle toll: komfortabel, sauber, mit gesägtem und gehacktem Brennholz bestückt, teilweise mit gemütlichen Sesseln und Panoramafenstern. Ich habe diesmal ein paar der Hütten auch von innen fotografiert, ihr findet die Bilder dann bei den entsprechenden Tagen.
Unsere Tour wird von zwei Fjällkarten gemeinsam abgedeckt: der erste Teil von der Fjällkarte BD7 Sitasjaure-Ritsem und der zweite Teil von der Fjällkarte BD6 Abisko-Kebnekaise-Narvik.
Schweden hat die Daten, die den Fjällkarten zugrunde liegen, öffentlich zugänglich gemacht (Lantmäteriet: http://www.lantmateriet.se/en/Maps-and-geographic-information/Maps/oppna-data). Online kann man sie auf https://kso.etjanster.lantmateriet.se/?lang=en ansehen (Umschalten von Topo auf Fjällkartan). Aufbauend auf diesen Daten findet man bei http://bengt.nolang.se/kartor/fjallkartan hervorragende Aufbereitungen in Form hochauflösender JPGs und Dateiformate für GPS Geräte. Dies ist auch die Quelle für die Screenshots auf dieser Seite. Außerdem baue ich unsere Tageskarten auf diese Weise. Einfach Screenshots des entsprechenden Ausschnitts in ein Word-Dokument kopieren und das Ganze dann in Farbe ausdrucken. Das jeweilige Blatt des Tages (gefaltet in einer A5-Klarsichthülle) ist schnell zur Hand und ebenso schnell wieder verstaut und man muss es nicht so pfleglich behandeln wie die BD6.
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