Entlang des Čáihnajohka hinunter in das Čunovuopmi

Tag 11 – 13: Čáihnavagge – Čunojávri und zwei Ruhetage

Gemütliche Wanderung zur noch gemütlicheren Hütte in Čunojávri

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In der Früh sind wir noch immer super müde vom gestrigen Blockfeldtag. Eigentlich wollten wir über den Smáilerienpas nach Lossi und von dort weiter durch das Rienatvággi (Storsteinsfjellet) nach Hunddalen, aber dafür ist uns das Wetter zu instabil. Statt dessen gehen wir nun hinunter nach Čunojávri. Im Vergleich zu anderen Hütten ist die Hütte in Čáihnavagge nicht so komfortabel und wenn nun stürmische und regnerische Tage bevorstehen, die uns zu einer Pause zwingen, dann wollen wir diese in einer gemütlichen Hütte verbringen. 🙂
Es ist windig, trüb und es regnet leicht, also ziehen wir uns und unseren Rucksäcken das Regengewand an. Um 9 Uhr geht es los.

Elisabeth beim See unterhalb der ČáihnavaggehyttaElisabeth beim See unterhalb der Čáihnavaggehytta, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/100s, Blende 8, ISO 100
Blick zurück auf die Čáihnavaggehytta und den DulbbotBlick zurück auf die Čáihnavaggehytta und den Dulbbot, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/80s, Blende 8, ISO 100

Der Weg ist einfach, es geht über einen ausgelatschten Pfad durch eine wunderschöne Landschaft. Obwohl das Wetter trüb ist, leuchtet das Rot der Herbstfärbung kräftig, aber seht selbst:

Elisabeth beim See unterhalb der ČáihnavaggehyttaElisabeth beim See unterhalb der Čáihnavaggehytta, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/60s, Blende 8, ISO 125
Entlang des Čáihnajohka hinunter in das ČunovuopmiEntlang des Čáihnajohka hinunter in das Čunovuopmi, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 28mm, 1/160s, Blende 8, ISO 100

Das Wetter bessert sich, nach und nach wechseln wir auf immer leichteres Gewand. Mit uns in Čáihnavagge ist ein Pärchen gestartet, das uns nach einiger Zeit überholt. Wir plaudern kurz – ihr Ziel sind heute ebenfalls die Hütten in Čunojávri, wir werden uns also bald wieder sehen.
Der Weg geht entlang des Čáihnajohka hinunter in das Čunovuopmi. Immer wieder blitzt die Sonne durch die Wolkendecke und sorgt für spannendes Streiflicht und wunderschöne Regenbögen.

Čunovuopmi und ČunojávriČunovuopmi und Čunojávri, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/125s, Blende 11, ISO 100
Čunovuopmi und links kurz sichtbar das Storsteinsfjellet bzw. der SealggajieknaČunovuopmi und links kurz sichtbar das Storsteinsfjellet bzw. der Sealggajiekna, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/250s, Blende 11, ISO 100

Der Weg bleibt einfach, was eine Wohltat ist nach dem gestrigen Halbmarathon über Stock und Stein. Der heutige Untergrund ist weich und es gibt nur wenige Herausforderungen, darunter wieder eine Brücke von der Sorte die ich so liebe. 😰
Belohnt werden wir dafür mit einem Doppelregenbogen vor dem Storsteinsfjellet.

Norwegische Brückenbaukunst, hier über den ČáihnajohkaNorwegische Brückenbaukunst, hier über den Čáihnajohka, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 24mm, 1/80s, Blende 11, ISO 160
Doppelregenbogen, das Storsteinsfjellet liegt leider in den WolkenDoppelregenbogen, das Storsteinsfjellet liegt leider in den Wolken, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/80s, Blende 11, ISO 100

“Die norwegischen Brücken gehören echt verboten…”

…raunze ich vor mich hin und Norwegen schenkt mir kurz darauf eine (seichte und leichte) Furtstelle. 🙈
Nicht immer gibt es eine Brücke…Nicht immer gibt es eine Brücke…, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/400s, Blende 5.6, ISO 100
Obwohl es heute echt gut und leicht vorangeht, macht sich bisschen Müdigkeit breit. Schließlich haben wir schon einige Kilometer in den Beinen und aufgrund des guten Wetters noch keinen einzigen Ruhetag eingelegt. Wieder einmal sind es die Rentiere, die mich perfekt von der Müdigkeit ablenken…

Äsende Rentiere im ČunovuopmiÄsende Rentiere im Čunovuopmi, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/500s, Blende 5.6, ISO 100
Lange bleiben wir nicht unbemerkt…Lange bleiben wir nicht unbemerkt…, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/500s, Blende 5.6, ISO 100
Čunojávri, Čunojávrihytta und ein RentierČunojávri, Čunojávrihytta und ein Rentier, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/60s, Blende 8, ISO 100
Blick zurück in Richtung ČáihnavaggeBlick zurück in Richtung Čáihnavagge, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/100s, Blende 8, ISO 100

… und von der nächsten Challenge: Hurra, eine Brücke! Zum Zustand dieser Brücke sage ich nichts, schaut euch einfach die Bilder an! 😉
Dann sehen wir schon bald das Ziel des heutigen Tages.

Die nächste stabile Hängebrücke norwegischer BauartDie nächste stabile Hängebrücke norwegischer Bauart, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 20mm, 1/80s, Blende 8, ISO 100
Markus auf der vertrauenserweckenden Hängebrücke (mit meinem Rucksack)Markus auf der vertrauenserweckenden Hängebrücke (mit meinem Rucksack), © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 27mm, 1/100s, Blende 8, ISO 100
Čunojávri und ČunojávrihyttaČunojávri und Čunojávrihytta, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/250s, Blende 8, ISO 100

Um 16 Uhr ziehen wir nach einer gemütlichen 13-Kilometer-Wanderung mit einigen Pausen in die große Hütte ein. Die kleine, neu renovierte Hütte ist leider schon besetzt: Von Markus aus Tübingen, den wir schon aus Pauro kennen und von Mirjam und Joris, die uns heute am Weg überholt haben.
Ein schweigsamer deutscher Wanderer kommt nach einiger Zeit patschnass in unserer Hütte an. Er grummelt vor sich hin, meist hat er Kopfhörer im Ohr; wir reden ein paar Worte und Markus erinnert sich später, dass wir ihn schon vom letzten Jahr kennen, wo wir ihn ähnlich kommunikativ in Unna Allakas getroffen haben.
Nach Körperpflege, Essen und Tagebucheintragung gehen wir um 18 Uhr mit einer Tafel Schokolade in die kleine Hütte und tratschen dort den ganzen Abend mit Mirjam, Joris und Markus. Wir unterhalten uns sehr gut, tauschen Wandererfahrungen aus und reden über die geplanten nächsten Etappen.
Die kleine Hütte ist toll – innen weiß gestrichen, hell mit Panoramafenstern, einem gemütlichen Sofa und bequemen Sesseln.

ČunojávrrehyttaČunojávrrehytta, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/320s, Blende 8, ISO 100
Čunojávrrehytta, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 21mm, 1/80s, Blende 5.6, ISO 800
Čunojávrrehytta, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 21mm, 1/60s, Blende 5.6, ISO 320

Morgen geht Markus weiter und wir werden in die kleine Hütte umziehen und den nächsten Tag hier chillen. Nach 11 Tagen haben wir uns eine Pause verdient. 🙂
Wir beobachten wieder Rentiere, die ganz knapp am Panoramafenster vorbeigehen und alle sind begeistert. Nicht nur wir sind Rentier-Fans. 😉
Markus geht zwischendurch noch runter zum See, um in der Dämmerung zu fotografieren.
Abendstimmung am ČunojávriAbendstimmung am Čunojávri, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 20mm, 1/60s, Blende 11, ISO 640
Um 20 Uhr gehen wir zurück in die große Hütte, wo unser Mitbewohner die Hütte auf ca. 40°C aufgeheizt hat und schnarchend am Sofa liegt. Wir lesen noch kurz, gehen schlafen und freuen uns auf den morgigen Ruhetag.
… und es wurden dann doch zwei Ruhetage. 🙂
Den ersten verbringen wir gemeinsam mit Mirjam und Joris. Gleich in der Früh packen wir, putzen die große Hütte und ziehen um in die kleine. Mirjam und Joris gehen über Mittag nach Unna Allakas und bringen Bier und Schokolade mit – perfekt für einen gemütlichen Nachmittag und Abend. In der Zwischenzeit waschen wir unsere Merino-Wäsche und tratschen mit zwei Jägern, die mit einer aufgeweckten schwarzen Hündin auf Schneehuhnjagd gehen.
Am Abend hängen dann bei der anderen Hütte schon Schneehühner und in der Nacht werden wir mit Nordlichtern verwöhnt!

Aurora borealis in ČunojávrreAurora borealis in Čunojávrre, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 16mm, 8/1s, Blende 4, ISO 3200
Aurora borealis in Čunojávrre, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 16mm, 30/1s, Blende 4, ISO 3200
Aurora borealis in Čunojávrre, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 16mm, 30/1s, Blende 4, ISO 3200
Aurora borealis in ČunojávrreAurora borealis in Čunojávrre, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 16mm, 10/1s, Blende 4, ISO 6400

Am zweiten Tag sind wir ganz allein in der Hütte. Wir tratschen, lesen und genießen den Luxus dieser Hütte.
ČunojávrrehyttaČunojávrrehytta, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 24mm, 1/80s, Blende 11, ISO 1000
Am Nachmittag bekommen wir Besuch von Gunnar aus Norwegen, der in die große Hütte gezogen ist. Er erzählt uns von seiner Tour “Norge på langs” (d. h. einmal Norwegen der Länge nach durchqueren) mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern. Sie gehen immer wieder ein Stück, machmal alle zusammen, manchmal auch er allein. Sie bestreiten den Weg, der eigentlich immer wieder kurz auf schwedischer Seite verläuft, rein in Norwegen – das geht auf seine (damals junge) Tochter zurück, die partout nicht in Schweden gehen wollte. Damit wird die Strecke natürlich viel schwieriger, er muss über Berge und Gletscher, die man sonst umgeht, schwierige Flüsse queren oder gar Seen durchschwimmen, statt sie zu umrunden. Seine Methode zum Durchqueren der Seen: Rucksack mit wasserdichtem Sack drinnen, mit zusätzlicher Luft, dann den Rucksack am Bauch, er legt sich drauf und “schwimmt” so durch den See. Ein sehr sympathischer, aber auch irrer Typ. 😉
Aber auch für uns enden die gemütlichen Tage, morgen geht es weiter in Richtung Katterat.
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