Rallarveien (Blick zurück)

Tag 17 – 18: Hunddalen – Katterat – Riksgränsen – Abisko

Auf Schotterweg nach Katterat und weiter am Rallarvegen

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Hurra, heute ist es tatsächlich schöner! Wir beschließen, schon heute nach Katterat zu gehen, denn erstens wissen wir nicht, wie sich das Wetter entwickelt und zweitens bekommen wir hier schon Hüttenkoller …
Die Berge sind so schön angezuckert, draußen hat es nur mehr 3° C. Lesend warten wir noch bis 9 Uhr – und das Thermometer klettert tatsächlich auf angenehme 10° C. Auf gehts – und wir werfen noch einen Blick zurück auf die Hütte in eindrucksvoller Lage.

Hunddalshytta, dahinter das StorsteinsfjelletHunddalshytta, dahinter das Storsteinsfjellet, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/400s, Blende 11, ISO 320
StorsteinsfjelletStorsteinsfjellet, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF70-300mm f/4-5.6L IS USM, 300mm, 1/640s, Blende 5.6, ISO 100

Lustwandler Panorama: Ein Klick öffnet das Bild und man kann sich umsehen!

Hunddalshytta mit Ristačohkka, Storsteinsfjellet, Gahperčohkka, Storfjellet, Vomtinden
Hunddalshytta mit Ristačohkka, Storsteinsfjellet, Gahperčohkka, Storfjellet, Vomtinden, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/80s, Blende 11, ISO 125
Blick in Richtung Stubblidalen/Beisfjord mit den Gipfel Gahperčohkka, Storfjellet und VomtindenBlick in Richtung Stubblidalen/Beisfjord mit den Gipfel Gahperčohkka, Storfjellet und Vomtinden, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/400s, Blende 11, ISO 250

Zuerst gehen wir den bekannten Weg zurück zum Staudamm-Haus, danach latschen wir 9 Kilometer auf der Schotterstraße dahin. Der Weg selbst ist natürlich nicht spektakulär, aber er hat zwei Vorteile: Erstens können wir hier nebeneinander gehen, was auf unseren Wanderungen eine richtige Seltenheit ist. Und zweitens: Da kann man toll dabei tratschen. 🙂
Natürlich gibt es auch einige schöne Blicke während wir aus dem Tal gehen und immer wieder machen wir einen sehnsüchtigen Blick zurück … war schon sehr schön hier!
Auf dem Weg nach Katterat, Blick zurück zum StorsteinsfjelletAuf dem Weg nach Katterat, Blick zurück zum Storsteinsfjellet, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/125s, Blende 11, ISO 100
Bald erhaschen wir auch die ersten Blicke auf die Schienen der “Ofotbanan” und ins Norddalen.

Im Sørdalen, mit ersten Blick auf die OfotbanenIm Sørdalen, mit ersten Blick auf die Ofotbanen, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/160s, Blende 11, ISO 100
Ofotbanen und Blick ins NorddalenOfotbanen und Blick ins Norddalen, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/160s, Blende 11, ISO 100

Um 14 Uhr erreichen wir Katterat, wo uns die typisch rote Bahnstation gleich ins Auge springt. Sonst ist hier allerdings nicht viel los.
KatteratKatterat, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/80s, Blende 11, ISO 160
Wir checken die Möglichkeiten, hier zu übernachten. Option 1: Wir stellen unser Zelt auf einer Wiese bei einem Schülercamp auf (die meisten Kids schlafen im angrenzenden Haus, nur ein paar Kids haben sich fürs Zelten entschieden). Option 2: Wir schlafen in der beheizten Wartehalle am Bahnhof. Seltsamerweise entscheiden wir uns fürs Zelten und bauen unser Zelt nahe des Hauses und mit Abstand zu den Schüler-Zelten auf. Wir essen “Pulled Pork” auf den Stufen zum Haus, hier ist es sonnig und windgeschützt. Dann packen wir Kindles, Tee und Proviant ein, setzen uns in den beheizten Warteraum und lesen. Es ist schön warm und ruhig hier, und wir haben elektrisches Licht, das aber alle paar Minuten wieder ausgeht. So lesen und winken wir abwechselnd, um dem Bewegungsmelder zu signalisieren, dass wir noch wach sind.
Um 22 Uhr gehen wir zurück zum Zelt. Wir legen uns zum Schlafen hin und lauschen bis Mitternacht den ausgelassenen Schülern. Sie reden, kichern, lachen, kreischen, hören Musik … und haben jede Menge Spaß. Dann rufen die Lehrer zur Bettruhe und wir “Senioren” können endlich schlafen. 😉

In der Nacht hat es durchgängig leicht geregnet und auch in der Früh nieselt es noch. Um 8 Uhr packen wir zusammen, auch die Schüler sind schon aktiv, denn auch sie reisen heute wieder ab. Wir erfahren, dass sie nur einen Tag und eine Nacht hier waren. Wir plaudern kurz mit einem Lehrer – “Waren die Kids eh nicht zu laut?” 😉 und wir erzählen kurz von unserer Tour.
Wir frühstücken in “unserer” Wartehalle, dann starten wir den 12,5 km langen Weg, einem Teilstück des Rallarvegen, der uns nach Riksgränsen führen wird. Der Rallarvegen ist ein Weg, der für den Bau der Ofotbanen in den Jahren 1890 bis 1903 angelegt wurde, danach verfiel und um 1990 restauriert und für Wanderer zugänglich gemacht wurde (Quelle: Wikipedia). Die Ofotbanen sind das norwegische Teilstück der Bahnstrecke Luleå nach Narvik, die für den Erzabbau (Gällivare und Kiruna) angelegt wurde.
Das Wetter heute? Nebelig und feucht.

Katterat, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 22mm, 1/60s, Blende 11, ISO 160
Katterat, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 16mm, 1/60s, Blende 11, ISO 200
Rallarveien nach Riksgrensen, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/80s, Blende 11, ISO 100
Rallarvei (Ofotbanen), © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/160s, Blende 11, ISO 100

Die ersten 6 Kilometer verlaufen auf einem sehr schönen Weg. Durch den Regen sind Steine und Laub etwas rutschig, aber wir kommen problemlos voran. Erst steigen wir im Wald ab, gehen über eine schöne und stabile! Brücke über den Rombakselva und nehmen anschließend den Anstieg auf der gegenüberliegenden Seite. Das Wetter bessert sich bald und es wird sogar sonnig.

Elisabeth auf dem Rallarveien, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/60s, Blende 11, ISO 400
Herbstfärbung im Birkenwald, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/60s, Blende 11, ISO 125
RombakselvaRombakselva, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 24mm, 1/100s, Blende 11, ISO 100

Wir kommen an einer NOT Hütte “Vokterboligen” vorbei, die wunderschön gelegen ist, für die am aber einen eigenen Schlüssel braucht. Der Weg führt uns nun über die Gleise, wir steigen noch weiter auf und gehen dann parallel zu den Gleisen, etwas höher, und haben dadurch einen guten Blick ins Tal.

Vokterbboligen, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/60s, Blende 11, ISO 250
Norddalen und Ofotbanen, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/80s, Blende 11, ISO 400
Katterat, Norddalen und Ofotbanen, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 20mm, 1/60s, Blende 11, ISO 250
Rombakselva / Norddalen, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 16mm, 1/60s, Blende 11, ISO 640
Rallarveien (Blick zurück)Rallarveien (Blick zurück), © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/80s, Blende 11, ISO 320

Nach 6 Kilometern kommen wir an der ersten kleinen Bahnstation vorbei. Nun verläuft der Weg unten, ein paar Meter neben den Gleisen. Es ist nun ein breiter Pfad dem wir folgen, landschaftlich deutlich weniger abwechslungsreich als die erste Teilstrecke. Uns kommt eine Schülergruppe entgegen und plötzlich ruft ein aufgeregter Schüler in unsere Richtung: “Do you remember me”? Wir brauchen ein bisschen, bevor wir den Jungen aus Sitas wiedererkennen, mit dem wir so gut gefrühstückt haben. Was für ein schöner Zufall!
BjørnfjellBjørnfjell, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/60s, Blende 11, ISO 250
Der Weg bis Björnfjell ist gut gekennzeichnet, danach ist er nicht mehr eindeutig. Tipp: In Björnfjell muss man durch die Unterführung gehen, dann geht der Weg links neben den Schienen weiter.
In der Bahnstation machen wir eine kurze Pause und wärmen uns auf. Es ist ziemlich frisch heute und der Weg so einfach, dass uns beim Gehen auch nicht wirklich warm wird.
RiksgränsenRiksgränsen, © Markus Proske — Canon EOS 5D Mark IV, EF16-35mm f/4L IS USM, 35mm, 1/60s, Blende 11, ISO 200
Bald überqueren wir die schwedische Grenze und erreichen Riksgränsen, unser geplantes Ziel für heute. Der Plan war, hier gut essen zu gehen, zu übernachten und am nächsten Tag mit dem Zug nach Abisko zu fahren.
Soweit der Plan. Hier ist nämlich absolut tote Hose. Ein Wintersport-Ort, an dem im Sommer fast alles geschlossen hat. Sogar das Hostel liegt verlassen da; einzig ein Hotel hat geöffnet und bei den Preisen können wir gleich in Abisko schlafen.
Wir kaufen beim ICA Ciabatte, Wurst, Bananen, Cola und Schoko und suchen den Wartesaal, um auf den Zug zu warten. Fehlanzeige. Auch einen Wartesaal gibt es hier nicht. Also essen und frieren wir im Freien und sind froh, als der Zug um 16:02 (der Nachtzug nach Stockholm) endlich eintrifft. Die Karten können wir im Zug kaufen und er hält sogar in Abisko Tourist und nicht nur in Abisko Östra.
Wir buchen ein Doppelzimmer für die kommenden drei Nächte und – duschen mal ausgiebig. Was für eine Wohltat! Das Abendmenü besteht heute aus einer klaren Wildsuppe, Lachs für mich, Huhn für Markus und als Dessert bekommen wir ein Apfelsorbet. Sooo köstlich nach der traurigen Auswahl der letzten Wochen. 🙂
Wir studieren noch die Infotafeln bei der Rezeption und suchen mögliche Abenteuer für morgen und für Donnerstag. Dann fallen wir müde und satt ins Bett. In der Nacht können wir noch leichte Nordlichter vom Zimmerfenster aus beobachten. /div>

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