Roche Écrite, Crête de la Marianne, Crête d'Aurère mit Piton Cabris, Rivière des Galets und im Hintergrund in den Wolken der Morne de Fourche

Tag 3: Abstieg in den Cirque de Mafate und Aufstieg zur Îlet à Malheur (via Aurère)

Flip-Flops on the rocks

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Die Karte zeigt eine dicht bewachsene Wand, die Höhenlinien liegen eng beinander. Schwer vorstellbar, dass hier ein Pfad in den Cirque de Mafate verläuft, aber doch, der GR R2 ist hier markiert. Auf weniger als 4 Kilometern Strecke geht es 700 Höhenmeter nach unten, im steilsten Teil sind es 300 Höhenmeter auf unter 700 Metern Strecke. In der Vorbereitung waren wir wegen diesem Abschnitt doch etwas besorgt.
Wir möchten heute früh starten, um noch etwas von den gestern verpassten Ausblicken nachholen zu können, falls wieder früh die Wolken einfallen. Wir haben Glück, dass unsere Hosts keine Langschläfer sind, es gibt tatsächlich ab 6 Uhr Frühstück und wir frühstücken mit den beiden Französinnen: frisches Baguette, gesalzene Butter, Marmelade, Orangensaft, guter Kaffee, eine Auswahl an Tee und frisches Obst, darunter die herrlichen Minibananen und die kleinen Ananas der Insel. Es wird das letzte luxuriöse Frühstück für einige Tage sein …
Wir starten um 7:30 Uhr auf 900 m Höhe bei der Sentier de Bras Ste-Suzanne. Deux Bras ist mit zwei Stunden Gehzeit angeschrieben. Von unserer Gîte geht es noch kurz die Straße entlang, dann zweigt unser Weg in Richtung Süden ab und wenig später sind wir hoch oben auf dem Abhang. Bald darauf erhaschen wir den ersten Blick in die Schlucht. Tief unter uns liegt der Rivière des Galets, der aus dem Cirque de Mafate in Richtung Meer führt. Wir werden diesen Fluss am Ende des Abstiegs erreichen und ihm – mehrfach furtend – entgegen seiner Fließrichtung folgen. In Flussrichtung sehen wir die Hafenstadt Le Port und den indischen Ozean. Gleich auf den ersten Metern bildet ein 15 m hoher Bambus einen Torbogen für uns.

Rivière des GaletsRivière des Galets, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 400
Blick entlang des Rivière des Galets nach Le PortBlick entlang des Rivière des Galets nach Le Port, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 70mm, 1/1250s, Blende 2.8, ISO 64
15m hoher Bambus15m hoher Bambus

Trotz des abschnittsweise sehr starken Gefälles ist der Weg recht unproblematisch. Manchmal ist der Weg sehr schmal, manchmal auch stärker ausgesetzt. Der Hang fällt sehr steil in Richtung Fluss ab. Durch den dichten Bewuchs kommt aber keine schlechtes Gefühl oder Höhenangst auf. Der Weg selbst ist abwechslungsreich: Erde, Waldboden, Schotter, Felsen, hohe Stufen, rutschige Abschnitte, schmale Abschnitte. An heiklen Stellen des Weges sind Sicherungen vorhanden, es gibt Eisenklammern, eine Leiter und einige gespannte Stahlseile. Die Konzentration sollte man hier doch besser hoch halten, auch abseits der gesicherten Stellen!

Der Weg ist steil, der Abgrund nicht weit, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 250
Eisenklammern, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 8, ISO 450
Seilversicherte Abschnitte, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 90
Eisenleiter (Blick zurück), © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 360
Roche Écrite, Crête de la Marianne, Crête d’Aurère mit Piton Cabris, Rivière des Galets und im Hintergrund in den Wolken der Morne de Fourche, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/100s, Blende 11, ISO 64
Crête de la Marianne und Crête d’Aurère mit Piton Cabris, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 70mm, 1/160s, Blende 11, ISO 110
Immer den Hang entlang…, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 28mm, 1/60s, Blende 8, ISO 500
Reunion2019_DSC1361red, ©  — mm,
Schöner Weg im unteren Teil des Abstiegs, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 320

Das folgende Bild bietet die Chance, unsere Route räumlich einzuordnen. Wir sind jetzt schon deutlich tiefer und blicken Richtung Süden in den Cirque de Mafate. Der Fluss, der aus dem Bildhintergrund durch das Tal kommt, ist der Rivière des Galets. Links des Flusses verläuft eine Bergkette ebenfalls von hinten nach vorne, das ist die Crête d’Aurère. Die höchste Erhebung der Crête d’Aurère ist der Piton Cabris, den werden wir heute noch umrunden (und auch in den nächsten Tagen immer wieder sehen werden), indem wir zuerst den Fluss entlang nach hinten gehen und dann bis zum Pass Bord Bazar aufsteigen (aus unserer Sicht hinter dem Piton Cabris) und auf der anderen Seite wieder ein Stück hinunter wandern.
Jetzt wird es spannend. Die nächste Bergkette links daneben ist die Crête de la Marianne. Zwischen den beiden liegt Aurère und unser Tagesziel Îlet à Malheur dann noch ein wenig weiter südlich. Die Bergkette ganz auf der linken Seite? Dahinter liegt die Plaine des Chicots und der südlichste Punkt ist der Roche Écrite – es ist keine 24 Stunden her, dass wir dort oben gestanden sind! Seither sind wir quasi in einem großen Bogen links außerhalb des Bildes nach Dos d’Âne marschiert.
Roche Écrite, Crête de la Marianne, Crête d’Aurère mit Piton Cabris, Rivière des Galets und im Hintergrund in den Wolken der Morne de FourcheRoche Écrite, Crête de la Marianne, Crête d’Aurère mit Piton Cabris, Rivière des Galets und im Hintergrund in den Wolken der Morne de Fourche, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 100
Entlang des Weges wachsen Bananen! Zu ernten gibt es zwar noch nichts, aber eine Pause haben wir uns längst verdient und passende Süßigkeiten finden sich in unserem Rucksack.
Bananenstauden, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 110
Um 11.15 Uhr erreichen wir den Tiefpunkt unserer Tour – keine Angst, nur im geographischen Sinn! 😉 250 m Höhe, tiefer werden wir nur am letzten Tag sein, wenn wir im Süden der Insel das Meer erreichen. Die Stelle wird Deux Bras genannt, der Bras de Ste-Suzanne mündet hier in den Rivière des Galets. Unsere Gehzeit war knapp über 3 Stunden, in Dos d’Âne angeschrieben waren 2 Stunden, abermals liegen wir im Abstieg deutlich über den Zeitvorgaben der Einheimischen.
Deux Bras ist einer der Hauptzugangspunkte in den Cirque de Mafate. Auf den Wegweisern sind folgende Zeiten angeschrieben: Grand Place École 2:45 h, Îlets de Lataniers 3 h und Aurère 3:10 h.
Wir furten zuerst den Bras de Ste-Suzanne und gehen dann auf einem breiten und recht flachen Weg nach hinten in das Tal.

Furt des Bras de Ste-Suzanne, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 250
Entlang des und über den Rivière des Galets, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 8, ISO 64
Entlang des und über den Rivière des Galets, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 80

Nach einigen Flussquerungen – stets über große Steine und trockenen Fußes – erreichen wir La Porte (290 m). Hier kann man weiter den Fluss entlang nach Cayenne (1:40 h) oder zu den Îlets Îlet des Lataniers (2:25 h) bzw. Îlet des Orangers (3:45 h) gehen. Dort wollen wir zwar auf unserer Tour auch noch hin, davor wollen wir aber noch mehr von Mafate sehen und folgen weiter dem R2: Aurère 2:35 h und Îlet à Malheur 3:15 h (Source Cabris 0:30 h).
Hier treffen wir auch die Französinnen wieder und sie erzählen uns, dass sie überall angerufen haben und weder in Aurère, Îlet à Malheur, Îlet à Bourse oder Grand Place noch ein Quartier für die Nacht bekommen haben und deshalb die Tour nicht wie geplant gehen können und daher heute bereits direkt zur Îlet des Orangers gehen. Wir wundern uns über die Buchungslage in der Vorsaison und sind froh über unsere Vorausbuchung aller Hütten. Wir wünschen den beiden alles Gute und setzen unsere Tour fort.
Pünktlich zu Mittag nachen wir uns an den Aufstieg. Es geht gleich wieder steil nach oben. Man merkt, dass wir uns hier auf einer Hauptzugangsroute befinden, der Weg ist gut ausgebaut und gut gesichert. Zu Beginn des Weges, im ersten Aufstieg aus der Schlucht, sind die Steine der Stufen sogar mit Beton befestigt, später bestehen die Stufen aus geschichteten Steinen und Holzbohlen.

Aufstieg von La Porte (R2), © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 8, ISO 500
Aufstieg von La Porte (R2), © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 39mm, 1/80s, Blende 8, ISO 280
Aufstieg von La Porte (R2), © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 33mm, 1/80s, Blende 8, ISO 140
Aufstieg von La Porte (R2), © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 34mm, 1/80s, Blende 8, ISO 720

Eine halbe Stunde später bei “Source Cabris” sind wir mit 420 m schon deutlich höher. Der Blick zurück hat es in sich: talauswärts, “links” in Richtung Meer, der steile Hang im Schatten – hier haben wir von Dos d’Âne absteigend gequert!
Piton Crete Dos d’Ane (Cap Noir) – da oben waren wir gesternPiton Crete Dos d’Ane (Cap Noir) – da oben waren wir gestern, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 34mm, 1/80s, Blende 11, ISO 250
Zeitsprung: zwei Stunden sind seit Source Cabris vergangen, wir haben drei kurze Pausen eingelegt und sind jetzt schon wirklich müde in den Beinen. Es geht in einer Tour nach oben. Der Weg ist oft steil und vor allem enthält er extrem viele Stufen. Die einzelnen Stufenhöhen reichen von häufig 30-40 cm bis manchmal 50-70 cm, letztere haben dann einen kleinen Zusatztritt für die Fußspitze. Wir sind nicht die einzigen, die sich hier heraufplagen, ein Paar ist unterwegs, das uns immer wieder flott überholt, an dem wir dann aber ein paar Kurven weiter beim “Regenieren” wieder vorbeigehen. Wir gehen langsam, dafür aber länger. 🙂
Drei Mal kommen uns Einheimische entgegen. Zuerst zwei Frauen mittleren Alters, plaudern und flott gehend. Und zwei junge Männer, laufend und springend. Nein, keine Trailrunner. Einheimische mit leerem Rucksack, die laufen zum Einkaufen. Mit einem Affenzahn bergab. Mit Flip-Flops!

FLIP-FLOPS!

Wir fühlen uns leicht verarscht 😉 und haben gleich auch einen Verdacht, wie die Zeiten auf den Hinweisschildern zustande kommen: das sind die Bestzeiten der Einheimischen! Wie zur Bestätigung kommt später ein junger Mann mit vollem Rucksack und einer umgehängten Tasche bergauf und zieht mit ruhiger Atmung flott an uns vorbei. Oida!
[Anm. für unsere internationalen Leser:innen: Oida ist ein überaus vielseitiger Ausdruck der österreichischen Sprache und vielfältig verwendbar wie kaum ein anderes Wort – ein kurzes, sehr amüsantes Erklärungsvideo findet ihr auf Youtube.]

Die Wasserversorgung auf der heutigen Strecke ist wieder einmal nicht gesichert. Wir haben eine Wasserquelle recht spät im Aufstieg zur Erfrischung genutzt, ein kleines Rinnsaal, mit einem der Länge nach halbierten Bambus als Trinkquelle ausgeführt, die Koordinaten: 21°1’31.868″ S / 55°25’7.444″ E. Verlassen solltet ihr euch darauf nicht und ausreichend Wasser mitnehmen!
Beim folgenden Bild möchten wir euch wieder einen Teil unserer Route zeigen: die Spitze in den Wolken ist der Piton des Calumets. Gerade voraus liegt ein Hochplateau (etwa in Bildmitte). Dort liegt Grand Place, da werden wir morgen zu Mittag in der Bar ein Sandwich essen!
Piton des Calumets mit der Spitze in den Wolken, Grand Place auf dem PlateauPiton des Calumets mit der Spitze in den Wolken, Grand Place auf dem Plateau, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 140
Das nächste Bild ist wieder ein Bild zurück und ihr seht, wie sich der Weg eng an den Hang schmiegt und dabei auf kurzer Strecke große Höhenunterschiede überwindet. Der Bewuchs ist überaus abwechslungsreich. Bambus kommt nur selten und auf kleine Bereiche beschränkt vor, macht uns allerdings viel Freude mit dem saftigen dichten Grün und der schönen Lichtstimmung!

Ein Blick zurück auf unseren Weg, der sich an den Hang schmiegtEin Blick zurück auf unseren Weg, der sich an den Hang schmiegt, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 200
BambusBambus, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 1250
Piton Cabris aus nächster Nähe, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 160

Das Bild oben zeigt erneut den Crête d’Aurère mit dem Piton Cabris – der von jeder Richtung anders aussieht! Kurz nach dem Foto sind wir am Pass Bord Bazar auf 950 m Höhe. Es ist 15 Uhr, dem Wegweiser bei La Porte nach müssten wir seit 25 min in Aurère sein. Das wird keine neue Bestzeit :/
Auf dem kleinen Pass ist einiges los, das Paar vom Aufstieg, ein weiteres Paar und eine Großfamilie beim Picknick. Von hier sind es 15 einfache Minuten nach Aurère. Es gibt auch einen direkten Weg nach Îlet à Malheur (“Îlet à Malheur direct”), der mit 50 min angeschrieben ist, falls man Aurère auslassen möchten.
In Aurère geht es an kleinen Gärten und einfachen kleinen Häusern vorbei. Wir suchen die Bar, die es in Aurère angeblich gibt, aber hier steppt nicht grad der Bär. Außer uns ist niemand zu sehen. Die Bar sieht geschlossen aus, immerhin steht ein Tisch im Freien und man kann das Gartentor öffnen. Drinnen finden wir tatsächlich eine freundliche Dame und kaufen ein kühles Bier – unser erstes Dodo! Dodo? Gebraut wird das Bier seit den 60er-Jahren von der Brauerei Brasseries de Bourbon, das erste Bier wurde Dodo Pils genannt. Bereits in den 70ern wurde das Bier auf “Bourbon” umbenannt, im Sprachgebrauch der Insel ist es aber immer ein Dodo geblieben – und wird in der Werbung auch noch so verwendet: “La dodo lé la”.
Historisch bezieht sich Dodo auf einen Vogel, längst ausgerottet und auf Mauritius heimisch [Wikipedia]. Zeitgenössiche Berichte und Gemälde berichten von einer Art “weißer Dodos” auf Réunion. Die Geschichte ist komplex, heutige Wissenschaft geht davon aus, dass sie vom – ebenfalls ausgestorbenen – Réunionibis handelt. Wer mehr wissen möchte, kann hier starten: [Wikipedia].
Bananen im Garten, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 11, ISO 160
Dodo, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 70mm, 1/160s, Blende 2.8, ISO 140
Nach der gemütlichen Bierpause gehen wir weiter, die letzten Minuten nach Îlet à Malheur. Wieder einmal gibt es zwei Wege zur Auswahl, „facile“ und „rapide“. Wir nehmen den einfachen Weg, auf den schnelleren mit einem mutmaßlich steileren Abstieg haben wir keine Lust. Bald erhaschen wir den ersten Blick auf die Îlet à Malheur, leider liegt zwischen uns und der Insel wieder einmal ein tiefer Einschnitt, die Schlucht des Bras Bémale. Diesmal haben wir aber Glück, wir müssen nicht ganz bis unten absteigen, eine schmale Brücke führt hoch über die Schlucht.

Îlet à Malheur, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 28mm, 1/60s, Blende 11, ISO 450
Bras Bémale, ©  — mm,
Bras Bémale, ©  — mm,

Um 17 Uhr erreichen wir Îlet à Malheur. An unserer Gîte gehen wir erst einmal irrtümlich vorbei. Gebucht haben wir die Gîte Îlet a Malheur, vor Ort ist aber ein anderer Name auf dem Schild. Es ist jedenfalls die Gîte gleich neben der Kirche. Wir bekommen ein schönes 4-Bett Zimmer mit Dusche und WC und haben bereits eine Zimmerkollegin, Laurie aus Paris. Sie ist allein unterwegs und geht unsere Tour in Gegenrichtung. Nach einer heißen Dusche schreiben wir Tagebuch und lesen ein bisschen und um 19 Uhr gibt es Abendessen.

Unsere Gîte in der Îlet à Malheur, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 8, ISO 400
Kirche in Îlet à Malheur, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 8, ISO 220
Kirche in Îlet à Malheur, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 56mm, 1/125s, Blende 8, ISO 900
Unser Haus neben der Kirche, im Hintergrund wieder der Piton Cabris, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 33mm, 1/80s, Blende 8, ISO 360
Îlet à Malheur, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 24mm, 1/50s, Blende 8, ISO 90
Karge Hausgärten, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 70mm, 1/160s, Blende 8, ISO 1250

Das Abendessen findet in einem langen schmalen Raum mit einem ebenso langen massiven Tisch statt. Hier wäre Platz für 25 – 30 Gäste, außer Laurie ist aber nur ein Paar da, das in der 4er-Hütte neben uns wohnt. Wir wundern uns, warum die beiden Französinnen heute Mittag kein Quartier bekommen haben, in Aurère war überhaut nichts los und hier offensichtlich auch nicht. Das Paar ist aus dem Burgund und kompromisslos auf Weltreise. Ihr Haus im Burgund haben sie verkauft und nun reisen sie, solange sie mit dem Geld durchkommen, danach suchen sie sich wieder Jobs in der Heimat. Zu essen gibt es das Nationalgericht: Salat, Reis, Linsen und Huhn. Das Huhn in großen Stücken und für die Region typisch mit allen Teilen des Huhns zubereitet. Auch der ganze Fuß mit Kralle. Nein, wir haben uns nicht getraut, den Fuß zu kosten und die Franzosen auch nicht.
Die Unterhaltung am Tisch lief natürlich auf französisch, der Besitzer der Gîte kann kein Englisch. Die beiden Französinnen übersetzen uns freundlicherweise immer Kurzzusammenfassungen längerer Unterhaltungen, so erfahren wir: dass es ein trockener Winter war und es für die Jahreszeit ungewöhnlich kalt ist; dass der Weg von Plaine de Chicots nach Dos d’Âne gestern gesperrt war (huch, da sind wir gestern doch gegangen!); dass unser Gastgeber jährlich ein Fest veranstaltet, das eine Woche dauert und in dieser Zeit 3.000 Gäste anlockt, die dann überall zelten und Unmengen Dodos trinken. 🙂
Zum Nachtisch gibt es einen Bananenkuchen und aromatisierten Rum, diesmal mit Anis und Orange. Um 21 Uhr gehen wir alle zu Bett – es war ja doch ein langer Tag.
Zum Abschluss noch ein Panorama, das ich am nächsten Morgen vom “Aussichtspunkt” fotografiert habe (an der Kirche vorbei und dann nicht dem R2 folgen sondern geradeaus).
Man sieht rechts im Bild wieder den Piton Cabris. Aber das wirklich Spannende an diesem Bild ist die Felswand im Bildhintergrund, die stellenweise über 2.000 m hoch ist. Auf einer Hochebene von rund 1.000 m – leider nicht sichtbar aufgrund einer davor liegenden Felswand, in etwa bei dem hohen Baum in Bildmitte – liegt die Îlet des Orangers, dort werden wir übermorgen sein! Und links, wo das Wolkenband unter der Felswand liegt, da verläuft ein Grat vom Ende der Wolken nach unten, mit einem harten dunklen Schatten. Der V-förmige Einschnitt: La Brèche, ebenfalls übermorgen, von hier werden wir nach Roche Plate absteigen!
Ausblick auf den westlichen Rempart des Cirque de MafateAusblick auf den westlichen Rempart des Cirque de Mafate, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S, 28mm, 1/60s, Blende 8, ISO 160
Damit ihr das besser nachvollziehen könnt, haben wir die Tourtage im Cirque de Mafate in einer Karte zusammengefasst und beschriftet (Kartendaten © OpenStreetMap contributors, Track Lustwandler.at):
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