Der erste nennenswerte Aufstieg der Tour führt uns auf den Múlar und beschert uns fantastische Ausblicke in alle Richtungen. Es ist eine für Pferde nicht geeignete alternative Strecke und wir werden erst später mit einem „Sprung“ über die Schlucht Hlaup wieder auf den alten Kjalvegur zurückkehren. Für Wanderer, die den Kjalvegur bevorzugen, würde der Weg über die Brücke zurück auf die andere Seite führen und dann östlich des Fúlakvisl entlang.
Wir starten bei der Hütte in Richtung Norden und halten uns westlich des Þverbrekknamúli. Nach etwa 2 Kilometern wird aus dem leichten Anstieg ein doch kräftiger Anstieg und wir kämpfen uns mit unseren schweren Rucksäcken auf den Múlar hinauf. Wir merken deutlich, dass wir heuer noch wenige Wanderkilometer in den Beinen haben. Auf dieser Strecke lohnt ein Blick auf den Boden, überall sind Relikte vergangener vulkanischer Aktivität zu sehen.
Weg westlich des Þverbrekknamúli, Aufstieg auf den Múlar, links der Hrútfellsjökull, © Markus Proske — NIKON Z 7, NIKKOR Z 24-70mm f/4 S, 34mm, 1/80s, Blende 11, ISO 72
Wir sehen den Hrútfellsjökull jetzt von der anderen Seite (Bild oben). Der Blick nach Osten reicht bis zum Kerlingarfjöll mit dem markanten Lavadom Loðmundur (1.429 m, Bild unten).
In Richtung Nordwest liegt unser heutiges Tagesziel, der Eingang in das Þjófadalir mit den Erhebungen Þverfell, Rauðkollur und Þjófafell (v.l.n.r.), dahinter sieht man den nördlichen Teil des Langjökull.
Unsere kleine Alternativroute ist nun zu Ende, wir müssen zurück auf die andere Seite. Ein steiler – und etwas rutschiger – Abstieg führt uns hinunter zur Schlucht Hlaup, an dessen schmalster Stelle hoch über der Schlucht eine kleine Brücke auf die andere Seite führt. Man kann sie auf dem ersten Bild schon von oben erkennen, im Hintergrund der Berg Kjalfell. Der Name Hlaup bedeutet „Sprung“ und das war es in früheren Zeiten auch: eine höchst gefährliche Mutprobe, der Sprung über die Schlucht. Wir springen nur in Gedanken, das unter der Brücke tosende Wasser in der engen Schlucht ist Warnung genug.
Damit sind wir zurück auf dem Reitweg und wir starten mit einem Blick zurück auf den Teil, den wir nicht gegangen sind. Im Hintergrund sehen wir das Kerlingarfjöll mit dem markanten Lavadom Loðmundur (1.429 m).
Wir folgen jetzt weiter dem Reitweg in Richtung Þjófadalir und sehen dabei den Hrútfellsjökull von der anderen Seite.
Bei einer Biegung der Fúlakvísl in Richtung West verlässt der Reitweg den Fluss und wir gehen weiter nördlich auf das Þverfell zu bis wir erneut eine Weggabelung erreichen: wir wählen die linke Variante und gehen weiter in Richtung Þjófadalir, die rechte Variante ist der Reitweg, der östlich herumführt. Auf den Bildern sieht man neben dem Fluss und Þjófadalir auf wieder den nördlichen Teil des Langjökull.
Knapp vor dem Eingang ins Tal der Diebe, im Schutz der Berge, nimmt die Vegetation wieder zu. Bei einem kleinen Bach finden wir einen windgeschützten Zeltplatz und bauen unser Zelt auf.
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